Bad Wiessee, Gmund und Tegernsee bilden Spielgemeinschaft

via: Merkur.de

Bad Wiessee, Gmund und Tegernsee bilden auch bei den Fußball-Herren eine Spielgemeinschaft, mit der sie sich ambitionierte Ziele gesetzt haben.

Tegernseer Tal – Schon bevor sie erstmals unter diesem Namen bei den Herren auf den Platz tritt, ist die SG Tegernseer Tal ein Thema bei den Fußballern rund um den Tegernsee: Ab Sommer bilden der TSV Bad Wiessee, die SF Gmund-Dürnbach und der TV Tegernsee nach Nachwuchs und AH auch bei den Aktiven eine Spielgemeinschaft.

Ein logischer Zusammenschluss mit Ambition, erklären die Spartenleiter Christian Werth (Gmund), Thomas Baumgartner (Bad Wiessee) und Sven Seifert (Tegernsee) unisono. Denn wirklich zufrieden mit der aktuellen Situation ist keiner der drei Vereine. Die Wiesseer kämpfen in der A-Klasse zwar mit um den Aufstieg, haben mit einem Stamm von gerade mal acht, neun Spielern regelmäßig Personalsorgen; die Tegernseer stehen in der B-Klasse in der vorderen Tabellenhälfte, haben aber mit der gehobenen Altersstruktur zu kämpfen und die Gmunder sind personell breit aufgestellt, kämpfen aber trotz ambitionierter Ziele (wir berichten) gegen den direkten Wiederabstieg in die C-Klasse, bei dem sich die Mannschaft wohl auflösen würde. „Wir haben in Gesprächen schnell festgestellt, dass wir ähnliche Probleme haben“, erklärt Werth.

Neustart mit neuem Trainer

So entstand die Idee, die Kräfte zu bündeln, mit zwei gemischten Mannschaften anzutreten. Wie es beispielsweise der SV Waakirchen-Marienstein und der TSV Schaftlach seit der aktuellen Spielzeit tun (wir berichteten). „Aktuell haben wir circa 50 Spieler“, sagt Werth. Das reiche gut für zwei Mannschaften, von denen eine in der A-, die zweite in der B-Klasse starten wird. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) habe das bereits bestätigt. „Mit der vorhandenen Qualität haben wir eine außergewöhnliche A-Klassen-Mannschaft“, ist Werth überzeugt.

Damit steigen auch die Ansprüche, beziehungsweise das Gmunder Vorhaben, in fünf Jahren dreimal aufzusteigen und so mindestens in der Kreisklasse zu spielen, wird ausgedehnt. „Das ist jetzt der zweite Aufstieg“, sagt Werth schmunzelnd, aber überzeugt.

Damit der Neustart gelingt, habe man sich darauf verständigt, diesen mit keinem der aktuellen Trainer anzugehen, erklärt Baumgartner. Ab Sommer coacht Björn Burhenne (36) die neugegründete Spielgemeinschaft. „Er hat die UEFA-A-Lizenz und auch schon an der Münchner Fußballschule gearbeitet“, fasst Baumgartner den Lebenslauf zusammen. „Er hat auch schon in Bad Wiessee die Jugend trainiert.“ Nach zwei Jahren abseits des Fußballs brenne der neue Übungsleiter wieder für den Sport. „Er hat eine klare Vorstellung, was er machen will. Das passt gut zum Fußball-Stil von Bad Wiessee“, führt Baumgartner aus. Diesen Stil hat sich der neue Coach am vergangenen Wochenende beim 1:1 gegen den TSV Irschenberg angeschaut und auch erste Ansatzpunkte gefunden.

Koordination noch nicht abschließend besprochen

Gleichzeitig soll Burhenne das Konzept für die Nachwuchsentwicklung aufziehen, dass ich Werth ursprünglich von Lukas Mott für Gmund erhofft hat. Doch der hatte sich mehr oder weniger kommentarlos als Leiter einer Fußballschule nach Kenia verabschiedet. Bei Burhenne hoffen die Verantwortlichen auf ein glücklicheres Händchen. Mit dem dem Nachwuchs eine Perspektive geboten wird. Aktuell spielen die B- bis D-Junioren allesamt in der Kreisklasse, eine A-Jugend gibt es nicht.

Der Zusammenschluss der drei Klubs vom Ost-, West- und Nordufer des Tegernsees benötigt freilich auch einiges an logistischer Koordination. „Die Heimspiele sind prinzipiell in Gmund geplant“, sagt Seifert. Dort würden schon jetzt die Nachwuchsteams sowie Bad Wiessee trainieren. Wichtig sei aber auch, einen Standort nicht zu überbelasten. Deshalb wird die B-Jugend künftig fest in Tegernsee spielen und trainieren. Wie genau es vonstattengeht, befinde sich noch in der Abstimmung.

Die künftige Spielgemeinschaft, die laut Seifert vor zehn Jahren erstmals für das komplette Tal Thema gewesen sei, wähnt sich auf dem richtigen Weg. Eine Saison geben sich Werth, Seifert und Baumgartner für die Findungsphase, dass sich die neuen Strukturen einspielen, dann wird rangeklotzt. Für beide Mannschaften sei der Aufstieg das Ziel.

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